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Die eigene E-Flotte mit Solarstrom laden: Konzept für Gewerbebetriebe

  • Autorenbild: Lauin
    Lauin
  • vor 2 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Immer mehr Unternehmen stellen ihren Fuhrpark auf Elektrofahrzeuge um – aus Kostengründen ebenso wie aus Nachhaltigkeitszielen. Der größte Hebel für niedrige Betriebskosten liegt dabei im Ladestrom. Und der ist am günstigsten, wenn er vom eigenen Dach kommt.


Wer eine E-Flotte mit selbst erzeugtem Solarstrom lädt, macht sich unabhängiger von Strompreisen und senkt die Kosten pro gefahrenem Kilometer deutlich. Damit das funktioniert, müssen Erzeugung, Ladeinfrastruktur und Steuerung jedoch sauber aufeinander abgestimmt sein. Dieser Beitrag zeigt, worauf es dabei ankommt.


Warum Solarstrom und E-Flotte gut zusammenpassen


Viele Firmenfahrzeuge stehen tagsüber auf dem Betriebsgelände – genau dann, wenn die PV-Anlage den meisten Strom liefert. Diese zeitliche Überschneidung ist ideal: Der Solarstrom kann direkt in die Fahrzeuge fließen, statt für wenige Cent ins Netz eingespeist zu werden.

Der Kostenvorteil ist erheblich. Selbst erzeugter Solarstrom kostet über die Lebensdauer der Anlage gerechnet oft nur einen Bruchteil des Netzstrompreises – und liegt weit unter den Tarifen öffentlicher Ladesäulen. Über eine ganze Flotte und viele Jahre summiert sich diese Differenz zu einem spürbaren Betrag.


Wie viel Solarstrom braucht meine Flotte?


Bevor es an die Technik geht, lohnt eine grobe Abschätzung des Strombedarfs. Als Faustwert verbraucht ein elektrischer Transporter rund 25 kWh pro 100 Kilometer, ein Pkw etwas weniger. Daraus lässt sich der jährliche Ladebedarf überschlagen:

Beispiel: Fünf Transporter mit je 15.000 km Fahrleistung im Jahr benötigen etwa 5 × 3.750 kWh, also rund 18.750 kWh pro Jahr. Zur groben Orientierung liefert in Ostdeutschland 1 kWp installierte PV-Leistung etwa 950 bis 1.000 kWh im Jahr. Rein rechnerisch entspräche der Flottenbedarf damit rund 19 bis 20 kWp – wobei in der Praxis nie der gesamte Solarstrom in den Fahrzeugen landet und umgekehrt auch der übrige Betrieb Strom braucht. Die Anlage wird deshalb immer auf das Gesamtsystem ausgelegt, nicht allein auf die Flotte.


Überschlagswerte zur Orientierung – die konkrete Auslegung ergibt sich aus Fahrleistung, Standzeiten und dem übrigen Stromverbrauch des Betriebs.


Das Grundprinzip: die drei Bausteine


Ein funktionierendes Konzept besteht aus drei aufeinander abgestimmten Bausteinen – ergänzt um einen optionalen Speicher:

Baustein

Funktion

Warum wichtig

PV-Anlage

erzeugt Solarstrom

liefert die günstigste kWh

Ladepunkte (Wallboxen)

laden die Fahrzeuge

Anzahl und Leistung nach Bedarf

Lastmanagement

verteilt die Leistung dynamisch

vermeidet Lastspitzen & Netzüberlast

Speicher (optional)

verschiebt Strom zeitlich

macht mehr Solarstrom nutzbar

Erst das Zusammenspiel der Komponenten sorgt dafür, dass möglichst viel Solarstrom in den Fahrzeugen landet.


Ladepunkte richtig wählen: AC oder DC


Bei der Ladeinfrastruktur unterscheidet man grundsätzlich zwischen dem langsameren AC-Laden über Wallboxen und dem schnellen DC-Laden über Gleichstrom-Ladesäulen. Für das Laden mit Solarstrom ist die Wahl entscheidend, weil sie bestimmt, wie gut sich der Ladevorgang an das schwankende Solarangebot anpassen lässt.


Merkmal

AC-Laden (Wallbox)

DC-Laden (Schnelllader)

Ladeleistung

bis ca. 22 kW

ca. 50 kW und mehr

Kosten

günstiger

deutlich höher

Ideal für

lange Standzeiten (Betriebshof, nachts)

kurze Zwischenladung

Eignung für Solarstrom

sehr gut (langsames Überschussladen)

begrenzt (hohe Momentanleistung)

Für die meisten Flotten, deren Fahrzeuge über Nacht oder mehrere Stunden am Stück stehen, sind AC-Wallboxen die wirtschaftlichste und solarfreundlichste Lösung. DC-Schnelllader ergänzen sinnvoll dort, wo Fahrzeuge zwischendurch schnell wieder einsatzbereit sein müssen.


Lastmanagement ist Pflicht


Laden mehrere Fahrzeuge gleichzeitig mit voller Leistung, entstehen hohe Lastspitzen. Das kann den Netzanschluss überlasten und teure Leistungsentgelte auslösen – im schlimmsten Fall wäre ein kostspieliger Ausbau des Netzanschlusses nötig.

Ein Lastmanagement verhindert das, indem es die verfügbare Leistung dynamisch auf die angeschlossenen Fahrzeuge verteilt. Man unterscheidet statisches Lastmanagement (eine feste Obergrenze wird eingehalten) und dynamisches Lastmanagement, das den aktuellen Gesamtverbrauch des Betriebs berücksichtigt und die freien Reserven optimal für das Laden nutzt. Priorisieren lässt sich zusätzlich nach Bedarf – etwa nach geplanter Abfahrtszeit oder Ladezustand.


Intelligentes Laden nach Solarangebot

Der nächste Schritt ist das solaroptimierte Laden: Die Ladeleistung wird an die aktuelle PV-Erzeugung angepasst, sodass bevorzugt der eigene Überschussstrom genutzt wird. Scheint die Sonne stark, wird schneller geladen; bei Bewölkung drosselt das System. So steigt der Anteil des Sonnenstroms in den Fahrzeugen, und teurer Netzbezug wird auf das Nötigste reduziert. Voraussetzung ist eine Steuerung, die Erzeugung, Verbrauch und Ladepunkte gemeinsam im Blick hat.


Speicher und Netzbezug clever kombinieren


Ein Batteriespeicher kann Solarstrom vom Mittag in die späteren Stunden verschieben – etwa wenn Fahrzeuge erst am Nachmittag oder Abend zurückkehren. Damit lässt sich auch dann noch mit Sonnenstrom laden, wenn die Anlage selbst kaum mehr produziert.

Reicht der Solarstrom nicht aus, ergänzt der Netzbezug. Idealerweise geschieht das gesteuert, sodass immer zuerst der günstige Eigenstrom genutzt wird und Netzstrom nur die verbleibende Lücke füllt. Ob und in welcher Größe sich ein Speicher rechnet, hängt vom konkreten Fahr- und Lastprofil ab.


Der Betriebsablauf entscheidet mit


Technik allein genügt nicht – das Konzept muss zum Alltag passen. Entscheidend ist, wann die Fahrzeuge tatsächlich am Standort stehen. Ein Fuhrpark, der überwiegend tagsüber geladen wird, kann den Solarstrom direkt nutzen. Kehren die Fahrzeuge erst abends zurück, gewinnen Speicher und intelligente Steuerung an Bedeutung. Deshalb betrachten wir bei der Planung immer auch die realen Standzeiten und Routen.


Wirtschaftlichkeit


Der wirtschaftliche Vorteil ergibt sich aus der Differenz zwischen selbst erzeugtem Solarstrom und teurem Netz- oder öffentlichem Ladestrom. Je höher der Anteil des direkt genutzten Solarstroms, desto niedriger die Kosten pro Kilometer. Über eine Flotte und die gesamte Nutzungsdauer summiert sich das zu einem der größten Einsparpotenziale bei der Umstellung auf E-Mobilität.

Für Ladeinfrastruktur gibt es zudem je nach Programm Fördermöglichkeiten. Diese ändern sich häufig und sollten vor der Umsetzung aktuell geprüft werden – wir übernehmen das im Rahmen der Planung, statt uns auf pauschale Angaben zu verlassen.


Häufige Stolperfallen


  • Ladepunkte ohne Lastmanagement installieren und dadurch teure Lastspitzen riskieren.

  • Die PV-Anlage nur auf die Flotte auslegen und den übrigen Betriebsstrom vergessen – oder umgekehrt.

  • Ausschließlich auf DC-Schnelllader setzen, obwohl die Fahrzeuge ohnehin lange stehen.

  • Standzeiten und Routen nicht berücksichtigen, sodass Solarstrom und Ladebedarf zeitlich nicht zusammenpassen.

  • Den Netzanschluss nicht frühzeitig prüfen, obwohl er die mögliche Ladeleistung begrenzt.


Unser Vorgehen


Wir betrachten Erzeugung, Ladebedarf und Netzanschluss als Gesamtsystem. Zunächst analysieren wir Fahrleistung, Standzeiten und den übrigen Stromverbrauch, prüfen den Netzanschluss und legen anschließend PV-Anlage, Ladepunkte, Lastmanagement und –

falls sinnvoll – Speicher aufeinander abgestimmt aus. So entsteht ein Konzept, das zu Ihrem Fuhrpark und Ihrem Betriebsablauf passt und nicht an der Realität des Alltags vorbeigeplant ist.


Sie möchten wissen, welche Lösung zu Ihrem Fuhrpark passt? Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Beratung.

 
 
 

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